Schwalben brauchen unsere Unterstützung

    In der Casual-Kollektion von ETERNA dreht sich im Herbst/Winter 2020 alles um Vögel. Auf Hemden und Blusen sind sie in malerischen Prints oder abstrakten Mustern zu sehen. Das sieht stylisch aus, soll aber gleichzeitig auf ein ernstes Thema aufmerksam machen: Artenschutz.
    Rauchschwalbe © NABU/Klemens Karkow

    ETERNA ist für die aktuelle Kollektion eine Kooperation mit dem NABU e. V. eingegangen: ETERNA unterstützt mit einem fixen Betrag aus dem Verkaufserlös der #savethebirds-Artikel ein Projekt des NABU. Beim Projekt "Schwalbenfreundliches Haus" fördert der NABU durch Informationsmaterial, Aufklärungs- und Beratungsarbeit die Lebensbedingungen von Rauch und Mehlschwalben. Julia Ehritt von der zentralen Koordinationsstelle des Projektes erklärt im ETERNA-Interview, wieso Schwalbenschutz dringend nötig ist.

    Frau Ehritt, um diese Jahreszeit sind die Schwalben ja schon wieder im Winterquartier. Aber wie ist es denn im Sommer um die Schwalben in Deutschland bestellt?

    Julia Ehritt: In Deutschland kommen verbreitet Rauch- und Mehlschwalben vor. Als Kulturfolger sind sie schon über Jahrhunderte selbstverständliche Mitbewohner in unseren Dörfern, auf Bauernhöfen und in Städten. Deutschlandweit geht man bei Rauchschwalben von etwa 455.000 bis 870.000 Brutpaaren aus, bei Mehlschwalben von etwa 480.000 bis 900.000 Brutpaaren. Schaut man aber auf die letzten Jahrzehnte, so nehmen die Bestände bundesweit ab. Dabei ist die Verbreitung in den einzelnen Bundesländern jedoch verschieden. Beide Schwalbenarten werden, gerade aufgrund der langjährigen abnehmenden Bestandstrends, in den Roten Listen der meisten Bundesländer als „gefährdet“ geführt oder stehen auf der Vorwarnliste. Um hierauf aufmerksam zu machen, hatte der NABU bereits 1974 die Mehlschwalbe, 1979 die Rauchschwalbe und 1983 auch die Uferschwalbe zu den Vögeln des Jahres gekürt.

    Mehlschwalbe © NABU/Kathy Büscher

    Was brauchen denn die Schwalben für ihr Wohlergehen?

    Julia Ehritt: Rauch- und Mehlschwalbe bauen ihre Nester aus Lehm an den Wohnstätten des Menschen: Mehlschwalben brüten bevorzugt an rau verputzten Häuserwänden unter geschützten Dachvorsprüngen, Rauchschwalben zieht es eher an geschützte Räume im Innern zurück, so in Stallungen, Scheunen oder auch in Garagen und Carports. Als brutplatztreue Vögel beziehen sie die alten Neststandorte wieder und bauen alte Nester aus. Hierfür benötigen sie bindiges, lehmiges Bodenmaterial. Die Hauptnahrung der Schwalben besteht aus fliegenden Insekten, die sie gerne in Viehställen, bei schönem Wetter aber auch in luftiger Höhe finden. Dort fangen sie aus dem Luftraum vor allem Mücken, Fliegen oder Blattläuse. Schwalben brüten ein- bis zweimal, bei guten Bedingungen dreimal im Jahr. Voraussetzung für mehrere Bruten und viel Schwalbennachwuchs ist, dass die Schwalbeneltern genügend Insekten für sich und ihre Jungen fangen. Pro Jahr werden in einer Schwalbenfamilie rund 250.000 Insekten verfüttert.

    Was macht den Schwalben das Leben schwer, was gefährdet ihren Bestand?

    Julia Ehritt:  Schwalben finden heutzutage immer seltener geeignete Nistmöglichkeiten und auch das Nahrungsangebot ist knapp geworden. Dass sich die Lebensbedingungen für unsere Sommerboten verschlechtern, hat mehrere Ursachen. In Städten verschwinden Nester zum Beispiel durch Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden, häufig werden Nester, vor allem die der Mehlschwalben, leider auch bewusst beseitigt. In Landwirtschaftsbetrieben und -höfen gelten heute strengeren Hygieneanforderungen als früher: moderne Viehställe und Scheunen sind deshalb oft verschlossen und bieten Schwalben keine Einflugmöglichkeiten mehr. Im ländlichen Raum werden Feldwege, Einfahrten und Dorfplätze immer öfter zubetoniert, so dass Schwalben seltener Pfützen und damit weniger Lehm für ihren Nestbau finden. Zudem gibt es durch vorrangige Monokulturen, den Rückgang der Weidewirtschaft und den Einsatz von Pestiziden und weiterer Faktoren in der Landschaft immer weniger fliegende Insekten. Ausgerechnet sie bilden aber die Nahrungsgrundlage unserer Sommerboten. Fehlt die Nahrung für Alt- und Jungtiere, kann nicht erfolgreich gebrütet werden.    

    Was kann man für die Schwalben tun, was kann jeder Einzelne für die Schwalben tun?

    Julia Ehritt: Viele Menschen freut es, die Glücksbringer an ihren Häusern brüten zu lassen. Landwirte und Pferdehalter schätzen Schwalben, da sie eine Menge Fliegen vertilgen – sie gehören zum Hof dazu. Diese Menschen sollten Vorbild für andere sein, dass ein Leben mit und nicht gegen die Schwalben inspirierend und schön sein kann. Manche Hausbesitzerinnen und -besitzer entfernen Nester auch, weil sie sich an den Ausscheidungen der Vögel stören. Dabei kann hier ein Kotbrett mit mindestens 50 Zentimeter Abstand unterhalb des Nests das Problem schnell lösen und den Kot auffangen, der als Blumendünger sogar noch verwendet werden kann. Wo kein gutes Bodenmaterial mehr vorhanden ist, können Lehmpfützen angelegt oder Kunstnester für Mehl- und Rauchschwalben angebracht werden. Auch mit einem naturnahen Garten und der Unterstützung für eine ökologische Landwirtschaft ohne Pestizide wird den Schwalben geholfen, genug Nahrung zu finden. In einer vielfältigen Landschaft überleben zahlreiche Pflanzen, die Insekten anlocken und damit genügend Futter für die Schwalben und ihren hungrigen Nachwuchs bieten.

    Anleitungen und weitere Infos finden Sie auf www.nabu.de/schwalben.

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